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Ein-Blick in einen Arbeitstag von Brigitte Brem-Kleiner

Eigentlich ist Brigitte Brem-Kleiner ja eine Spätaufsteherin. «Erst» um 23.30 Uhr beginnt sie ihren Tag. Dafür arbeitet sie zusammen mit drei Kollegen in der Tourenplanung die ganze Nacht durch und macht erst Feierabend, wenn die ersten von uns bereits ans Mittagessen denken. Wieso Brigitte Brem-Kleiner die nächtliche Arbeit nichts ausmacht und welche wichtigen Vorbereitungen sie für die reibungslose Transportlogistik der Migros trifft, erzählt sie Ihnen gleich selbst. 

«Mein Tag ist immer gut organisiert und beginnt bereits am Vortag um 23.30 Uhr. Da ich viele Jahre als Chauffeuse und selbstständige Transportunternehmerin tätig war, bin ich es gewohnt, in der Nacht zu arbeiten. Ich stehe auf, trinke einen Kaffee und gehe mit meinen Hunden nach draussen. Nach rund einer Stunde bin ich zurück, dusche, trinke noch einen Kaffee, esse ein Joghurt und schaue, ob meine Kinder noch etwas Spezielles für die Schule brauchen. Dann fahre ich los.

Zwischen 1.45 und 2.00 Uhr treffe ich an meinem Arbeitsplatz ein. Als erstes fahre ich meinen PC hoch, hole mir noch einen Kaffee und starte meine verschiedenen Arbeitsprogramme der Dispogruppen 1, 2 und 3 sowie des Migros-Verteilbetriebs Neuendorf (MVN) auf. Dann checke ich die E-Mails, damit ich weiss, was es am Morgen bei der Planung zu beachten gilt. In der Dispogruppe 3 und im MVN arbeiten drei Kollegen und ich am Morgen in der Frühschicht. Ich plane die LKW-Touren, die ab dem Migros-Verteilzentrum Suhr (MVS) und Neuendorf gefahren werden. Zwischen 2.15 und 3.00 Uhr bekomme ich die Filialbestellungen von den Verteilzentren elektronisch übermittelt und importiere sie in unsere Dispositionssoftware. So sehe ich, wie viele Paletten auf die einzelnen Grundtouren verteilt worden sind. Meine Aufgabe besteht darin, die Touren ‹fahrbar› zu machen, das heisst, so zusammzustellen, dass nicht zu viele und nicht zu wenige Paletten geladen werden. Wenn einer Tour zu viele Paletten zugewiesen worden sind, muss ich die Paletten, die die Transportkapazität des Fahrzeuges überschreiten, abladen und eine neue Tour zusammenstellen. Dabei achte ich auf verschiedene Punkte wie Gewicht, Anlieferungszeit, Art der Fahrzeuge und weitere Filialrestriktionen.

Wenn ich die Touren fertig zusammengestellt habe, gleiche ich sie mit den Genossenschaften ab, die ihre Touren mit eigenen Fahrzeugen fahren. Danach übermittle ich die nun fahrbaren Touren  mit unserer Dispositionssoftware wieder zurück zu den Verteilzentren, die auf dieser Grundlage die Kommissionier-Reihenfolge festlegen. Anschliessend übergebe ich die fertigen Touren den verschiedenen Dispogruppen und Genossenschaften, damit diese mit der Disposition beginnen können. Ausserdem kontrolliere ich, ob alle Chauffeure von der Dispo 1, die in der Nacht in Estavayer geladen haben, unterwegs sind. Wenn ein Chauffeur nicht weiss, was er laden muss, kann ich im Arbeitsprogramm der Tages-Dispogruppe nachschauen und ihm Auskunft geben.

Zwischen 6.00 und 6.30 Uhr bin ich mit meinem ‹Kerngeschäft› fertig, dann gibt es eine Pause. Bei schönem Wetter gehe ich auf die Terrasse und geniesse die ersten Sonnenstrahlen. Danach geht es ans Administrative. In unserem Dispositionssystem habe ich Grundtouren vorbereitet, die sämtliche Filialen der Migros abdecken. Diese Grundtouren sende ich jeweils zwei bis drei Wochen im Voraus nach Suhr ins Verteilzentrum als ‹Grundgerüst› für die Kommissionierung. Jeden Freitag meldet mir die Sachbearbeiterin im MVS per E-Mail, wie viele Aktions-Paletten eine Woche später in welche Filialen geliefert werden müssen. Auf dieser Basis stelle ich die Touren zusammen und achte dabei darauf, dass die Anzahl Paletten das Hochregallager in Suhr nicht überlasten; pro Stunde sollten nicht mehr als 450 Paletten eingeliefert werden. Zudem pflege ich neue Filialen in unsere Dispositionssoftware ein. Beim kombinierten Verkehr bilde ich im System nach, wie die Ware effektiv transportiert worden ist, damit die Verrechnung korrekt klappt. Zweimal im Jahr haben wir ‹Schoggi-Zeit› – an Ostern und Weihnachten; mit der Planung beginnen wir dafür bereits drei Monate vor der ersten Auslieferung. Bis ich das alles erledigt habe, wird es zwischen 10.00 und 11.00 Uhr. Dann mache ich Feierabend.

Zu Hause koche ich den Kindern etwas Gutes und erledige noch dies und das im Haushalt. Falls ich mal etwas später nach Hause komme, habe ich immer ein Menü vorbereitet, das ich im Nu zubereiten kann. Nach dem Essen gehe ich ein bis zwei Stunden mit den Hunden spazieren. Das ist für mich Erholung, so kann ich mich vom Arbeitstag entspannen. Wieder Zuhause, gibt es immer noch etwas zu tun im Haushalt bevor die Kinder nach Hause kommen. Dann werden Hausaufgaben gemacht und Probleme gelöst. Am Abend, wenn mein Mann nach Hause kommt, nehmen wir uns Zeit füreinander, sitzen im Wintergarten und erzählen uns vom Tag. Zwischen 17.30 und 19.00 Uhr gehe ich dann zu Bett.»

Mein Aufsteller bei der Arbeit ist das selbstständige Arbeiten und unser eingespieltes Team.
Nach dem Feierabend freue ich mich auf meine Familie, meine Hunde und meine Freizeit.
Ich esse gerne Chinesisch, höre Pop und Rock und lese medizinische Zeitschriften und Bücher.

Brigitte Brem-Kleiner
Tourenplanerin bei Logistik Transport National
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